Wenn ein Zahn fehlt
Gründe für einen Zahnverlust sind etwa eine tiefe Karies, ein starker Knochenabbau (Parodontitis) oder ein Zahnunfall. Es kann auch sein, dass ein Zahn nie angelegt war. Die Lebensqualität kann darunter erheblich leiden – wenn Ihnen Ihr Lächeln nicht mehr gefällt oder das Kauen eingeschränkt ist.
Bleibt eine Lücke unversorgt, können Nachbarzähne wandern oder in die Lücke kippen und den Biss mit der Zeit verändern. Andere Zähne werden überlastet oder müssten für eine Brücke beschliffen werden. Wie ein Muskel, der nicht belastet wird, baut sich auch der Kieferknochen ab. Ein unbehandelter Zahnverlust hat deshalb mit der Zeit immer grössere Folgen.
Für wen geeignet?
Implantate eignen sich für Menschen jeden Alters, die einen oder mehrere Zähne ersetzen müssen – nach Unfällen, bei Zahnfleischentzündung mit Knochenabbau, nach Entzündungen infolge von Wurzelbehandlungen oder bei Zahnverlust durch Erkrankungen, Bestrahlung oder Medikamente. Voraussetzung ist ausreichend Kieferknochen.
Mit Implantaten lassen sich Einzelzähne ersetzen, Freiendsituationen lösen und zahnlose Kiefer stabil versorgen. Anders als bei einer Brücke müssen keine Nachbarzähne beschliffen werden. Implantate fördern die Knochenbildung und beugen Knochenschwund vor.
Ablauf
Jeder Fall ist so individuell wie der Mensch selbst. Im persönlichen Gespräch zeigen wir Ihnen die für Sie möglichen Lösungen und besprechen den genauen Ablauf. Wir arbeiten mit Implantaten der Firma Straumann. Je nach Ausgangslage verläuft die Behandlung in diesen Schritten:
- Beratung und Diagnostik: Wir beantworten Ihre Fragen, legen fest, welcher Zahnersatz das beste Resultat liefert, und beurteilen den Knochen anhand von Röntgenbildern.
- Planung: Anhand der Röntgenbilder planen wir die Position des Implantats computergestützt – das erhöht die Sicherheit.
- Knochenaufbau, falls nötig: Bei grossem Knochenverlust bauen wir vor der Implantation Knochen auf, so schonend wie möglich und nur, wenn es medizinisch notwendig ist.
- Implantation: Die künstliche Zahnwurzel wird in den Kieferknochen eingesetzt. Mikrochirurgische Schnittführungen helfen, Schwellungen zu verhindern.
- Einheilung: Das Implantat verwächst in der Regel in etwa 3–6 Monaten mit dem Knochen; die Dauer ist individuell verschieden. In dieser Zeit können Sie einen provisorischen Zahnersatz tragen.
- Zahnersatz: Ist das Implantat fest verankert, wird die definitive Krone, Brücke oder Prothese angefertigt und aufgesetzt.


Titan oder Keramik
Titan ist sehr gut biokompatibel und führt selten zu allergischen Reaktionen. Es verwächst fest mit dem Kieferknochen (Osseointegration) und bildet eine stabile, langlebige Basis für den Zahnersatz. Wir verwenden ausschliesslich Produkte führender Hersteller.
Keramikimplantate aus hochfester, biokompatibler Zirkonoxid-Keramik sind die metallfreie Alternative. Sie sind zahnfarben, wirken natürlich und zeigen keine dunklen Ränder an der Schleimhaut. Welches Material in Ihrem Fall passt, besprechen wir in der Erstberatung.
Risiken
Dank moderner Techniken lassen sich Schwellungen und Schmerzen oft vermeiden. Wie jeder chirurgische Eingriff ist aber auch die Implantation mit gewissen Risiken verbunden. Eine gründliche Untersuchung, eine umfassende Aufklärung und eine sorgfältige Nachsorge senken sie.
- Infektionen: Mikrochirurgische Schnittführungen und eine sorgfältige Nachsorge senken das Risiko.
- Nervenschäden: In seltenen Fällen kommt es zu Taubheit, Schmerzen oder Kribbeln an Lippen, Wangen oder Zunge. Computergestützte Planung und präzise Röntgenbilder verringern dieses Risiko.
- Knochenmangel: Ist die Knochenhöhe ungenügend – etwa wenn die Kieferhöhle nach Zahnverlust im Oberkiefer in den zahnlosen Bereich wächst –, ist vorher ein Knochenaufbau nötig.
- Implantatverlust: Selten heilt ein Implantat nicht ein oder verliert seinen Halt. Hochwertige Materialien und Techniken verringern dieses Risiko.
Periimplantitis
Ähnlich wie die Parodontitis am natürlichen Zahn ist die Periimplantitis eine Entzündung von Schleimhaut und Knochen um ein Implantat. Ihre Vorstufe ist die Mukositis, eine auf die Schleimhaut am Implantathals begrenzte Entzündung. Wird ein Implantat locker, sind meist Bakterien am Übergang vom Zahnfleisch zum Implantat in die Tiefe gewandert.
Implantate brauchen deshalb besondere Pflege: engmaschige Kontrollen, regelmässige professionelle Zahnreinigung und Anleitung für die Mundhygiene zu Hause. Fehlt etwas davon und kommen Rauchen, Diabetes, eine unbehandelte Parodontitis, Bestrahlung oder Chemotherapie, eine Bisphosphonattherapie, Immunsuppression oder Osteoporose hinzu, kann eine Entzündung entstehen.
Macht Ihnen Ihr Implantat Probleme, schauen wir es uns zuerst genau an – oft lässt sich ein Verlust verhindern. Im Vordergrund steht die Reinigung des betroffenen Bereichs mit dem Pulverstrahlverfahren Perioflow nach aktuellen Richtlinien, ergänzt durch gezielte Mundhygiene-Instruktionen. Erst bei sicher diagnostiziertem Knochenabbau entfernen wir chirurgisch das infizierte Gewebe und füllen den Defekt mit Knochenersatzmaterial auf. Ist die Periimplantitis zu weit fortgeschritten, bleibt nur die Entfernung des Implantats.
Häufige Fragen
Wie schmerzhaft ist das Einsetzen eines Implantats?
Weniger, als viele befürchten: Das Einsetzen wird als weniger schmerzhaft empfunden als eine Zahnentfernung. Dank örtlicher Betäubung und Dämmerschlaf spüren Sie vom Eingriff nichts. Mikrochirurgische Schnittführungen und computergestützte Planung helfen, Schwellungen und Schmerzen zu vermeiden.
