Wann ist sie nötig?
Wir ziehen eine Wurzelspitzenresektion erst in Betracht, wenn andere Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg hatten. Gründe dafür sind:
- Eine Wurzelkanalbehandlung hat die Entzündung oder Infektion nicht beseitigt oder war früher nicht erfolgreich.
- An der Wurzelspitze hat sich eine Zyste oder ein Granulom gebildet – gutartige Gewebeveränderungen infolge chronischer Entzündung, die Zahn und Kieferknochen beeinträchtigen.
- Ein Zahnbruch oder ein komplizierter Eingriff, etwa das Einsetzen einer Krone oder Brücke, hat die Struktur des Zahns verändert und ihn anfälliger für Entzündungen gemacht.
Diagnose
Wir untersuchen den betroffenen Zahn und das umliegende Gewebe gründlich – klinisch, mit Röntgenbildern und bei Bedarf mit 3D-Bildgebung (DVT). So beurteilen wir den Zustand des Zahns, Entzündungen, Infektionen und andere mögliche Ursachen Ihrer Beschwerden genau.
Ablauf
Bei der Wurzelspitzenresektion entfernen wir die Spitze der Zahnwurzel, um Entzündungen oder Infektionen im umliegenden Kieferknochen zu behandeln.
- Betäubung: Der Eingriff erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung nahe am betroffenen Zahn.
- Eingriff: Er dauert normalerweise 15–30 Minuten. Wir öffnen das Zahnfleisch, legen Knochen und Wurzelspitze frei und entfernen die entzündete Spitze. Danach reinigen wir die Wurzelkanäle und versiegeln sie, damit keine Bakterien ins Gewebe gelangen.
- Abschluss: Wir verschliessen das Zahnfleisch, meist mit selbstauflösenden Nähten. Manchmal füllen wir den Knochen mit Aufbaumaterial auf, damit er optimal heilt.


Nachsorge
In den ersten Tagen können Schmerzen und Schwellungen auftreten. Regelmässiges Spülen mit einer antiseptischen Mundspülung, Kühlen und Schmerzmittel lindern die Beschwerden. Gute Mundhygiene und regelmässige Nachkontrollen helfen, Komplikationen zu vermeiden.
Alternativen
Welche Behandlung für Sie richtig ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen – mit dem Ziel, den Zahn langfristig zu erhalten.
- Wurzelkanalrevision: Der Zahn wird erneut geöffnet, der Kanal sorgfältig gereinigt, desinfiziert und wieder verschlossen – vor allem, wenn die Entzündung noch nicht weit fortgeschritten ist.
- Zahnentfernung: wenn eine Resektion zu riskant oder wenig aussichtsreich ist. Die Lücke lässt sich danach mit einer Brücke, einer Teilprothese oder einem Implantat schliessen.
- Laserbehandlung: Der Wurzelkanal wird mit dem Laser desinfiziert. Die Ansätze sind vielversprechend, die Methode ist aber noch keine Routinebehandlung.
- Mikrochirurgische Wurzelspitzenresektion: Mit Operationsmikroskop und Spezialinstrumenten reinigen und füllen wir die Wurzelkanäle präziser und schonen das umliegende Gewebe. Das bedeutet weniger Schmerzen, eine bessere Wundheilung und macht den Erhalt des eigenen Zahns wahrscheinlicher – eine Brücke oder ein Implantat lässt sich so oft vermeiden.
